Demenz und Palliativbetreuung gelten oft fälschlicherweise als Gegensätze. Tatsächlich erfüllt ein Mensch mit Demenz alle Kriterien für eine palliative Begleitung, da es sich um eine chronische und unheilbare Erkrankung handelt. Der heutige Ansatz richtet sich nicht mehr nach objektiven Standards oder Einsichtsfähigkeit, sondern nach den individuellen Bedürfnissen der Betroffenen. Solange Menschen mit Demenz Entscheidungen treffen können – auch wenn diese ungewöhnlich wirken – ist es die Aufgabe der Betreuung, diese zu respektieren. Sie dürfen sein, wie sie sind, solange kein Leid, keine akute Gefahr oder ein Gesetzesverstoß vorliegt. Selbstbestimmung, Würde und das Recht auf ein eigenes Sterben stehen dabei im Mittelpunkt.